Mähdrescher

Bericht Mähdrescher in den Ötlinger Nachrichten

Getreideernte mit 70 Jahre altem Mähdrescher

 

Angefangen hat alles am 02. Dezember 2023, an dem Tag wurde der alte Mähdrescher nach jahrzehntelangem Stillstand vom Dreschschuppen in Lindorf in die Werkstatt der Feldscheuer in Ötlingen gebracht, um ihn umfassend zu restaurieren. Was für eine Attraktion: ein Mähdrescher bei winterlichem Wetter auf schneebedeckten Straßen, er wurde von so manchem Verkehrsteilnehmer ungläubig bestaunt!

Sofort im Trockenen unter Dach wurde eine erste, grobe Durchsicht am Fahrzeug gemacht, um festzulegen welche Reparaturen und Instandsetzungen vorrangig notwendig sind. Wichtig dabei war Allen, dass sämtliche Funktionen wieder hergestellt werden, wie man sie zu früheren Zeiten auf dem Feld beim Dreschen benötigt hat.

Die grundsätzlichen Ersatzteile, wie z.B. die Reifen, Batterie (6 Volt), die verschiedensten Antriebsriemen etc. mussten mühsam gesucht und beschafft werden, aber auch viele andere Teile, die es nicht mehr auf dem Markt gab, wurden von einigen Vereinsmitgliedern selbst angefertigt bzw. hergestellt. Hunderte von Arbeitsstunden haben ein Kernteam, bestehend aus 3-5 Personen, über die gesamte Restaurationsphase geleistet.

Erstes Etappenziel das zu erreichen war, war der Festumzug zum 125 jährigen Jubiläum des Musikvereins Lindorf am 14. Juli 2024. Die Fahrt im Festumzug und die anschließende Dreschvorführung im Stillstand auf dem Dorfplatz begeisterte die Gäste und ist rundum gelungen.

Danach wurde wieder über ein Jahr lang in der restlichen Restauration im Detail weiter getüfftelt, bis am 09. August 2025 das „Go“ für das Dreschen auf dem Feld kam. Auf diesen Tag haben die Schlepperfreunde Ötlingen-Lindorf lange gewartet. Nach den vielen Niederschlägen in den vergangenen Wochen konnte nun endlich die historische Getreideernte stattfinden. Mit dem Oldtimer Massey-Harris Mähdrescher Baujahr 1955 wurde der Weizen auf dem Feld gedroschen. Der Höhepunkt nach der intensiven, über 2 Jahre langen Restaurierungsphase. Bei einem nur 24 PS starken Motor und einer Mähwerksbreite von ca. 1,5 Meter ist die Ernte eine kraft- und zeitraubende Angelegenheit. Die heutigen Mähdrescher weisen teilweise Schneidwerke mit einer Breite von 13 Metern und mehr auf – und dennoch war es seinerzeit ein riesiger Entwicklungsschritt der die Arbeit in der Landwirtschaft revolutionierte. Damit haben wieder einmal die Schlepperfreunde Ötlingen-Lindorf überzeugend aufgezeigt, dass bis heute die historischen Fahrzeuge und Maschinen Ihren Dienst leisten können.